Kunst als Forschung

Die Sonifikation von Daten verleiht der Wissenschaft ein ästhetisches Moment: Gefordert ist die Wahrnehmung des Wissenschaftlers, der über den akustischen Sinn nach Erkenntnis strebt. Und so wie sich die wissenschaftliche Visualisierung an das Auge wendet, so wendet sich die Sonifikation an das Ohr.

 

Weil Künstler Spezialisten im Bereich des Sicht- und des Hörbaren sind, arbeiten in Bern Forschende aus medizinischen, natur- und sozialwissenschalftlichen Institutionen zusammen mit Sound DesignerInnen und DesignerInnen der Visuellen Kommunikation: Die wissenschaftlichen Partner liefern Messdaten, die je nach Eigenheiten und Forschungsfrage sicht- oder hörbar gemacht werden.

 

Dahinter steht eine erkenntnistheoretische These: Wir gehen davon aus, dass die Formen wissenschaftlicher Darstellung bedeutsam für die zu erreichenden Forschungsergebnisse sind. Und wir fragen uns: Ist ein Wissen denkbar, das sich jenseits der sprachlichen Standards der Wissenschaft formuliert, insbesondere in den Künsten?

 

Zumindest zeigt die gegenwärtige Diskussion um eine künstlerische Forschung, aber auch der historische Blick in die Künste, dass einzelne Kunstschaffende immer wieder einen Forschungsanspruch für ihre künstlerische Arbeit postuliert haben. Wir sehen uns in dieser Tradition und versuchen unter dem Motto "«Kunst als Forschung» diesen Anspruch zu konkretisieren. Wie müsste eine künstlerische Forschung aussehen, die parallel zur wissenschaftlichen Forschung neue Darstellungsformen des Wissens erprobt, ohne die spezifischen Qualitäten der Künste einzubüssen?

 

 

 

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