Sonifikation in der Musik

Hanne Darboven

Requiem, vol. 3 op.19, 31-42 - op.20, 1-6

1971-85 / Hamburg / Parameter Mapping / Calendar Data


Seit Ende der 1960er Jahre arbeitet Hanne Darboven mit Zahlenadditionen nach Kalenderdaten, die sie in Zeichnungen und Büchern ausschreibt und in wand- bzw. raumgreifenden Installationen präsentiert. Seit 1980 übersetzt sie die, ihren visuellen Arbeiten zugrunde liegenden Zahlenkonstruktionen auch in musikalische Strukturen. Damit vollzieht sie im künstlerischen Kontext exemplarisch das Prinzip des Parameter Mapping.

 

"Das vierteilige Requiem, auf zirka 45.000 Blättern angelegt, seit 1971 im Entstehen und noch längst nicht vollendet, damit auch die bei weitem umfangreichste Arbeit Darbovens, umfasst die kalendarische Darstellung des Jahrhunderts. Auf dem Kopfblatt zu dieser Arbeit verweist sie ausdrücklich auf musikgeschichtlich bedeutende Requiemkompositionen zwischen Orlando di Lasso und György Ligeti, auch auf Brahms Deutsches Requiem. Gleichwohl arbeitet sie nicht Partiturseiten dieser Kompositionen in ihr Requiem ein, sondern Bachs Toccata et Fuga d-Moll für Orgel BWV 565. Um die Seiten dieses Buches wie der Bachpartitur gruppiert Darboven ihre Kalenderberechnungen. Im Prinzip ist dies nichts anderes als die fortlaufende Bildung von Quersummen aufeinander folgender Kalendertage." (Reinhard Beuth: Musik ohne Drama, in: Booklet zu unten aufgeführter CD)

Ausschnitt anhören (00:30)

ยป requiem.mp3

 

Aufnahme

Requiem, vol. 3 op.19, 31-42 - op.20, 1-6

Thomas Dahl (Orgel)

Medium

CD

Dauer

59'14''

Herausgeber

Hanne Darboven Stiftung

Verlag

UM-20311

Erscheinungsdatum

2004


Datensatz:4

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