Sonifikation in der Musik

Tilman Küntzel

Seismophonie

2003 / Sklupturenmuseum Glaskasten Marl / Parameter Mapping / Seismic Data


Seismophonie ist eine Klanginstallation, die im Rahmen des Preisträgerprojekts Deutscher Klangkunst-Preis entstanden ist. Seismophonie konzentrierte sich auf lokale Gegebenheiten und referiert gleichsam auch historische und gesellschaftliche Zustände - beispielsweise die Bedingungen der Stadtbauplanung in einem ehemaligen Bergbaugebiet.

 

Seismophonie registriert in einem innerstädtischen Gebäude in Echtzeit die seismographischen Bewegungen des Untergrunds. Die ermittelten Daten generieren dann Klänge, die diese Bewegung hörbar machen. Das Gebäude steht auf Ölpumpen, die die Schwankungen des Bodens ausgleichen. Sensoren erfassen die Werte. Es entsteht quasi eine algorithmische Komposition in Echzeit durch folgende Parameter: 4 x Luftdruck aus den Schläuchen der Ölpumpenkontrollmechanismen, registriert durch Sensoren und übersetzt in Midi-Daten durch ein Interface; 4x Kontaktmikrophonaufnahmen von den Bewegungen der Ölpumpen; 2x Kontaktmikrophonaufnahmen des Aggregats.

 

Die Daten der Sensoren werden durch ein Interface in Midi-Daten umgesetzt und einem Klangmodulator zugeführt. Eine weitere Software fungiert als Controller, in dem die Klangstrukturen und Verläufe vorprogrammiert werden. Die Aufnahmen der Kontaktmikrophone werden ebenfalls über dieses Programm verwaltet und mit den Daten und Werten der Sensoren zusammengefügt, bzw. in die Klangmodulation mit einbezogen.

Aufnahme

Seismophonie, mp3 File: http://www.tkuentzel.de/idx2.html

 

 


Datensatz:7

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